Hausverkauf ohne Makler: Veröffentlichung, erste Anfragen und mein Bauchgefühl
Ein Klick, der alles verändert
Die Webseite stand. Nicht perfekt. Aber fertig genug.
Ich hatte tagelang an Texten gefeilt, Plugins getestet, Formulierungen verworfen und mich immer wieder gefragt, ob ich wirklich schon so weit bin. Und, vor allem, ob ich alle nötigen Unterlagen zusammengetragen hatte. Das Energiezertifikat fehlte noch in meiner Sammlung, aber damit hatte ich ja noch Zeit bis zur Besichtigung.
Wichtig: Beim Hausverkauf ist ein Energieausweis Pflicht und muss Interessenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. Ein Hausverkauf ohne gültigen Energieausweis ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und kann teuer werden: Es droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Wie du günstig an einen Energieausweis kommst, ob du überhaupt einen benötigst und vor allem, welchen, erfährst du hier (VIP-Bereich).
Und dann kam dieser Moment, den man nicht mehr zurücknehmen kann: Veröffentlichen.
Mit einem Klick wurde aus meinem inneren Projekt plötzlich etwas Öffentliches.
Nicht mehr nur mein Haus, meine Gedanken, meine Entscheidungen – sondern etwas, auf das andere reagieren durften. Hatte ich wirklich alles richtig formuliert? Funktionieren alle Formulare…die Regristratur…? Egal. Augen zu und durch.
Die Veröffentlichung auf Kleinanzeigen – bewusste Entscheidungen statt Reichweite
Ich habe mich sehr schnell für Kleinanzeigen entschieden. Es ist kostenlos und wird von Immobilienbüros ebenfalls genutzt. Meine Adresse gab ich in dem Inserat nicht an, dafür aber den Hinweis, dass Besichtigungen nur nach Vorlage einer Finanzierungsbestätigung der Bank möglich sind. Somit wollte ich mir Besichtigungstouristen ersparen. Ich wählte einen lockeren und menschlichen Ton, kein Makler-Sprech. Ich dachte mir, wer den Text versteht und sich angesprochen fühlt, passt auch zum Haus.
Andere Portale, die auf Immobilien spezialisiert sind, erschienen mir erst einmal zu teuer. Als Verkäufer muss ich alles selbst ausfüllen, hochladen, Anfragen beantworten und zahle dann so viel Geld dafür? Nachdem sich nicht innerhalb von 12 Stunden gleich 20 Interessenten gemeldet hatten, schaute ich mir „Wohnglück.de“ an, die mit einem kostenlosen Inserat warben.
Schwupps…war ich im Wohnglück-Funnel
Nach dem Einstellen des Inserats folgte bei mir jedoch umgehend ein Anruf aus Berlin, und es war nicht meine Tante aus Spandau. Genau in dem Moment wusste ich, dass diese Immo-Plattform nicht zu mir passt, denn Transparenz und Kontrolle über den Prozess sind mir wichtig. Es stand nirgends, dass das kostenlose Inserat erst nach einem persönlichen Telefonat freigeschaltet wird.
Wohnglück.de probierte es ein zweites Mal telefonisch und schrieb mir schließlich eine E-Mail. Mein Inserat könne nur freigeschaltet werden, wenn ich per Telefon die Echtheit meiner Person/des Inserats bestätige. Mein Bauchgefühl sagte mir aber, dass es hierbei weniger um Verifikation als um den Einstieg in ein kostenpflichtiges Paket ging.
Das mag für manche sinnvoll sein – für mich fühlte es sich jedoch nicht nach Unterstützung, sondern nach einem klassischen Funnel*² an. Da war ich dann raus.
Ich blieb also vorerst bei Kleinanzeigen als einziges Portal. – auch, wenn die Reichweite auf den Immoportalen sicher um einiges höher gewesen wäre.
Die ersten Nachrichten – zwischen Hoffnung, Skepsis und Bauchgefühl
Die ersten Anfragen kamen schneller, als ich gedacht hätte. Und sie waren… sehr unterschiedlich. Ein netter Herr empfahl mir „1, 2, 3 – provisionsfrei“. Er habe darüber sein Haus erfolgreich verkaufen können. Dann kamen Standardschreiben von Maklern. Einige schrieben forsch und fragten direkt nach einem Besichtigungstermin. Andere probierten die Angstschien und wiesen mich auf „typische Fehler“ hin, die Leuten, die sich mit Immobiliengeschäften nicht auskennen teuer zu stehen kommen können. Da mich wirklich interessierte, was genau für Fehler das seien, und wie der Makler von Wüstenrot meint, mir helfen zu können, fragte ich freundlich nach und…bekam keine Antwort.
Ein Interessent schrieb sehr unfreundlich und knapp, dass er die Unterlagen benötige, da keine Bank ohne diese eine Zusage mache. Er hätte eine unverbindliche Bestätigung bis 700.000 € ohne Unterlagen. Hatte ihm freundlich und ausführlich geantwortet, dass er die Unterlagen auf www.zuhause-in-detmold.de herunterladen könne. Keine Antwort mehr. Der nächste Interessent war nicht freundlicher. Das kann ja heiter werden…
Und dann kam eine Nachricht, die anders war
Sachlich. Sympathisch. Mit echten Fragen. Nicht fordernd. Im Gegenteil. Die Finanzierungsbestätigung der Bank wurde mir direkt zugemailt und es entstand vom ersten Moment an eine freundliche Atmosphäre. Die Interessentin war von den Bildern des Hauses völlig angetan und fragte, ob eine kurzfristige Besichtigung möglich sei, da sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in ein paar Tagen drei Wochen in den Sommerurlaub fahren wird – genau zu der Zeit, wenn das Bieterverfahren laufe. Das ging jetzt doch viel schneller als erwartet, mein Haus – und vor allem meine Wohnung – sahen aus wie ein Saustall, und mir blieben nur zwei Tage bis zum gewünschten Besichtigungstermin. Egal. Die Interessentin klang so unglaublich nett, da konnte ich nicht nein sagen.
👉Hier geht’s weiter zum nächsten Teil Hausverkauf ohne Makler
*² Ein Funnel Ein Prozess, der Interessenten durch verschiedene Phasen leitet, um sie in zahlende Kunden zu verwandeln.
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