Meine Auswanderung nach Spanien – die ganze Geschichte
Zurück nach Spanien – aber die Geschichte beginnt woanders
Eigentlich beginnt diese Geschichte nicht mit meiner Auswanderung nach Spanien.
Sondern mit meiner Rückkehr nach Deutschland.
Als im Frühjahr 2020 in Spanien der Lockdown begann, lebte ich auf Mallorca. Angst vor dem Virus hatte ich nicht. Angst machten mir die willkürlichen Maßnahmen, die von einem Tag auf den anderen mein Leben bestimmten.
Zunächst hieß es, der Lockdown dauere zwei Wochen. Dann wurde er verlängert. Und wieder verlängert. Und noch einmal. Irgendwann fühlte es sich an, als würde er überhaupt nicht mehr enden.
Bis dahin war ich es gewohnt gewesen, jeden Tag mindestens anderthalb Stunden mit Baci draußen in der Natur zu verbringen. Wir liefen durch die Landschaft, ich war viel an der frischen Luft und Bewegung gehörte ganz selbstverständlich zu unserem Alltag.
Plötzlich war selbst eine normale Gassirunde nicht mehr möglich.
Wer einen Hund hatte, durfte mit ihm vor die Tür – allerdings nur allein und nur in einem sehr begrenzten Radius. Gemeinsam mit dem Partner spazieren zu gehen, mit dem man ansonsten den ganzen Tag im selben Haus verbrachte, war nicht erlaubt. In die Stadt durfte man fahren, um sich im Supermarkt zwischen andere Menschen zu drängen. Aber hinaus in die freie Natur oder in die Berge der Tramuntana durfte man nicht.
Einmal wurde ich von der Polizei angehalten, als ich mit Baci unterwegs war, und nach Hause geschickt.
Danach zuckte ich irgendwann schon zusammen, wenn ich hinter mir ein Auto hörte.
Ich kam mir vor wie eine Schwerverbrecherin, wenn ich heimlich ein paar Meter weiter mit meinem Hund lief, als es erlaubt war. Dabei hatte Baci für meine kleinen „Gesetzesverstöße“ einen ziemlich profanen Grund: Er kackte nun einmal nicht auf Wege. Er brauchte Gras unter dem Hintern. Und das gab es nicht innerhalb der erlaubten paar Meter vor unserer Haustür.
Unser Glück im Unglück war, dass wir damals in einem Dorfhaus mit Patio lebten. Wir konnten wenigstens die Tür öffnen und draußen sitzen, die Sonne spüren und den Himmel sehen. Ein kleines Stück Freiheit, das damals längst nicht allen Menschen in Spanien vergönnt war. Viele verbrachten diese Wochen in Wohnungen, teilweise ohne Balkon oder irgendeinen eigenen Außenbereich.
Trotzdem hinterließ diese Zeit bei mir Spuren.
Irgendwann wollte ich nur noch zurück nach Deutschland. Zurück in mein eigenes Haus.
Doch selbst das war nicht so einfach. Meine Rückwanderung verzögerte sich, weil keine Fähren fuhren beziehungsweise die Verbindungen immer wieder verschoben wurden. In Spanien hatte ich mich bereits zum 30. Juni bei der Sozialversicherung abgemeldet, weil ich davon ausgegangen war, vorher abreisen zu können. Tatsächlich kam ich erst am 10. Juli in Deutschland an.
Beim Einwohnermeldeamt machte ich den Fehler, den man eigentlich nicht als Fehler bezeichnen sollte: Ich sagte die Wahrheit und gab mein tatsächliches Ankunftsdatum an.
Damit begann das nächste Theater. Durch die Lücke zwischen meiner Abmeldung in Spanien und meiner Ankunft in Deutschland bekam ich Schwierigkeiten, wieder in meine Krankenkasse zu kommen.
Am Ende war ich wieder da. In Deutschland. In meinem Haus.
Aber eines war für mich eigentlich die ganze Zeit klar: Ich wollte wieder zurück nach Spanien.
Ich dachte nur nicht, dass es so lange dauern würde.
Denn dann kam mir das Leben dazwischen.
Aus Monaten wurden Jahre. Es passierten Dinge, die ich nicht vorhersehen konnte, Pläne veränderten sich, Menschen und Tiere begleiteten mich und manche musste ich gehen lassen. Und irgendwann führte mich mein Weg tatsächlich wieder nach Spanien.
Nur ganz anders, als ich es mir damals vorgestellt hatte.
Das hier ist die Geschichte dazwischen.
Von Anfang an
Teil I – Warum ich mein Leben hinter mir gelassen habe – und es sich nicht wie ein Abschied anfühlte
Der Anfang meiner Auswanderungsgeschichte: Warum ich nach 16 Jahren mein Haus und mein bisheriges Leben hinter mir ließ – und weshalb sich dieser Abschied ganz anders anfühlte, als ich ihn mir vorgestellt hatte.
Teil II – Die Tage davor
Die letzten Tage in meinem Haus waren kein langsamer Abschied, sondern Ausnahmezustand. Trauer, Erinnerungen, Entscheidungen und viel zu viele offene Enden trafen gleichzeitig aufeinander – während ich einfach weiter funktionieren musste.
Teil III – Wenn selbst Kleinigkeiten plötzlich eskalieren
Je näher die Abreise rückte, desto dünner wurden die Nerven. Dinge, die normalerweise kaum der Rede wert gewesen wären, entwickelten plötzlich eine ganz eigene Dynamik – mitten im ohnehin schon völligen Chaos.
Teil IV – Der letzte Morgen im Haus
Der letzte Morgen in dem Haus, das 16 Jahre mein Zuhause gewesen war. Zwischen den letzten Handgriffen, Erinnerungen und dem Wissen, dass ich diese Tür gleich hinter mir schließen würde.
Teil V – Der Moment, in dem ich wirklich gegangen bin
Irgendwann war der Moment da, auf den alles zugelaufen war: Ich musste tatsächlich los. Doch ausgerechnet der letzte Abend entwickelte sich mit meinen Katzen noch einmal ganz anders als geplant.
Teil VI – Noch einmal alles auf Anfang
Eigentlich hätte ich längst unterwegs sein sollen. Stattdessen landete ich noch einmal an einem Punkt, an dem plötzlich nichts mehr nach Plan lief – und ich erneut entscheiden musste, wie es weitergeht.